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Alles Boreout oder was?

Die chronische Unterforderung und deren Folgen

Wie bitte? Ich glaube einer jeden Führungskraft, einem jeden Menschen schössen bei diesem Satz unzählige Fragen in den Kopf. Selbstverständlich kann die Arbeit ab und an etwas langweilig sein, aber ist es denn nicht auch einmal schön, die Gedanken schweifen zu lassen und nichts zu tun?

Aber wie bei vielen Dingen im Leben, bitte in Maßen. Im Jahr 2007 veröffentlichten die Autoren Rothlin & Werder ein Buch mit dem Titel „Diagnose Boreout“ und benannten somit erstmals das Pendant zum bekannten Burnout. Doch während Letzteres auf zu viel Arbeit und Stress zurückzuführen ist, benennt das Boreout genau das Gegenteil – die chronische Unterforderung.

So ergeht es 13% der 45 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland, daraus beläuft sich ein gesamtwirtschaftlicher Schaden von über 250 Milliarden Euro.* Durch ungenutztes Potential!

I. „Keine Arbeit, dann suchen Sie sich welche!“

Und das tun Betroffene des Boreouts auch. Aber nicht so, wie es sich der Chef vielleicht vorstellen mag. Denn meist wurden schon alle Aufgaben erledigt oder aufgrund mangelnder Motivation beiseitegeschoben. Jetzt müssen die Mitarbeiter Arbeit vortäuschen und so tun, als ob sie stark beschäftigt wären. Sie strecken Tätigkeiten über Tage, machen sogar Überstunden oder tippen besonders lautstark auf ihre Tastaturen.

Dahinter steckt eines – Angst. Vom Boreout Betroffene denken aufgrund ihrer chronischen Unterbeschäftigung, dass sie ihre Stelle verlieren.

Ist allein die fehlende Arbeit der Grund für dieses krankhafte Verhalten? Nein, sagt die psychologische Psychotherapeutin Verena Schmitz.* Es ist der grundlegende Gedanke, dass der eigenen Arbeit an Sinnhaftigkeit fehlt. Es mangelt den Erkrankten an Anerkennung und Wertschätzung und somit verlieren sie einen großen Teil ihrer Motivation. So sind es vor allem unterschiedliche Erwartungen der Mitarbeiter und Vorgesetzten, wie viel Zeit eine Tätigkeit benötigt. Da kann es vorkommen, dass Arbeit, die für 8 Stunden angedacht ist, bereits in 6 erledigt ist. Die restliche Zeit wird sich gelangweilt.

Viele Betroffene wollen mehr leisten, sich entfalten, aber werden durch die Strukturen gehemmt.

II. Erschöpfung durch Langweile

Dieser Gedanke steht im Grunde diametral zu unserer Arbeitsmoral. Wie kann jemand erschöpft sein, der nicht viel arbeitet?

Weil ein Mensch eben aktiv sein möchte! Seine Begabung muss zur Anwendung kommen, ein gutes Arbeitsumfeld will mitgestaltet und der Sinn und das Erleben der eigenen Arbeit gefühlt werden.* So sieht es auch Prof. Andreas Broocks, Chef der Klinik für Psychiatrie in den Helios Kliniken Schwerin.

Wenn dies nicht gegeben ist, hat der Betroffene einen gewaltigen Leidensdruck. Hier einmal die häufigsten Symptome zusammengefasst:*

  • Antriebs- & Lustlosigkeit
  • Depression
  • Infektanfälligkeit
  • Tinnitus
  • Magenbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Unzufriedenheit
  • Gereiztheit & Stress
  • Müdigkeit & Schlafstörungen

Der Krankheitsverlauf ist individuell, es kommt ganz stark auf die persönlichen Bewältigungsstrategien an. Habe ich ein hohes Maß an Initiativkraft oder Resilienz (siehe Artikel Resilienz) dann komme ich aus eigener Kraft aus diesem Teufelskreis und kündige. Wenn nicht, entsteht ein stilles Leiden, was schnell aufgrund mangelnder Kompensation zu Drogensucht führen kann.

Egal welches Szenario, für das Unternehmen bedeutet es den Verlust eines guten Mitarbeiters, dessen einziges Problem sein ungenutztes Potential war. Lernen wir unsere Angestellten kennen und wandeln, verlieren wir nicht, sondern fördern wir Talente und somit Leistung.

Quellen:

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